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Wie Instagram auf 500 Millionen wächst, während andere mit dem Nutzerwachstum zu kämpfen haben

Instagram hat jetzt eine halbe Milliarde Nutzer. Wie kommt die Foto-Sharing-App Konkurrenten wie z.B. Twitter überrunden und ihre Nutzer nach der App süchtig machen?

Instagram erreicht gemäss eigenen Angaben bereits 500 Millionen monatlich aktive Nutzer. Von all jenen Menschen, die Fotos teilen und durch die Bilder der anderen scrollen, nutzen 300 Millionen die App jeden Tag. Das sind nur 10 Millionen weniger als die Zahl der monatlichen Twitter-Nutzer. Im Durchschnitt laden Instagram-Nutzer jeden Tag mehr als 95 Millionen Fotos und Videos hoch. Und sie lieben es: Zusammengenommen, klicken die Nutzer auf Instagram 4,2 Milliarden Mal pro Tag auf den "Gefällt mir"-Button.

Während einige andere soziale Netzwerke nach dem anfänglichen Hype mit dem Weiterwachstum der Nutzerzahlen zu kämpfen haben (siehe z.B. Twitter und Foursquare), scheint Instagram überhaupt keine Probleme damit zu haben. Im Gegenteil, die Nutzerzahlen von Instagram haben sich in den letzten zwei Jahren verdoppelt.

Wie schafft Instagram das? Einige der Gründe liegen auf der Hand: Die Expansion der App von iOS auf andere mobile Plattformen wie Android und Windows Phone hat sicherlich zum Wachstum beigetragen. Auch das weitere Wachstum in Smartphone-Besitzern weltweit hatte wahrscheinlich einen positiven Effekt auf das Wachstum der Nutzerzahlen. Vor allem auch weil Instagram durch die vielen positiven Bewertungen im App Store, eine hohe Platzierungen in den Ranglisten halten und aus dieser Popularität ein Nutzerwachstum generieren kann.

Trotz aller Kritik, hat die 1-Milliarde-Dollar-Investition von Facebook in Instagram im Jahr 2012 das Wachstum stimuliert: Instagram wurde eng in das grösste Soziale Netzwerk integriert, was Instagram den 1 Milliarde täglich aktiven Nutzer von Facebook näher brachte. Zu Facebook zu gehören bedeutete auch, eine enorme Ausweitung der zur Verfügung stehenden Ressourcen für Instagram. Zum Zeitpunkt des Erwerbs durch Facebook, hatte Instagram nur 13 Mitarbeiter. Heute verfügt es über ein weitaus grösseres Team von Ingenieuren, Designern und Produktspezialisten, die in der Lage sind, die Skalierung der App weiter voranzutreiben. Im Jahr 2014 übertrugen die Instagram-Ingenieure in aller Stille alle Instagram-Inhalte von Amazon Cloud auf die eigenen Rechenzentren von Facebook. Damit konnte Instagram im Huckepack-Verfahren von der technischen Infrastruktur Facebooks profitieren, die entworfen wurde, Milliarden von Nutzern unzählige Funktionen zur Verfügung zu stellen – und was am wichtigsten ist, eine schnelle kontinuierliche Skalierung zu ermöglichen.

Selbst etwas so Einfaches wie User Experience-Forschung – etwas, worin Facebook viel Erfahrung mitbringt, kann einen erheblichen Einfluss auf die Usability und Performance von einer App wie Instagram haben, um eine Abwanderung von frustrierten Benutzern zu anderen benutzerfreundlicheren Apps zu verhindern.

We're at #makerfairekc 2016! Come over to the booth and say hi to our crew. Including her! Ein von Ultimaker (@ultimaker) gepostetes Foto am 25. Jun 2016 um 10:30 Uhr

Scheinbar kleine Dinge können einen grossen Unterschied machen. Die Android-Version der App nimmt heute so viel Platz auf dem Smartphone in Anspruch, wie bei der allerersten Version. Und dies trotz einer Hülle von neuen Features, die hinzugefügt wurden. Das klingt zunächst einmal banal, aber ist trotzdem wichtig: Eine App mit einem kleineren „Footprint“ findet Platz auf mehr Smartphones. Vor allem auch auf weniger anspruchsvollen Smartphones und auch auf Geräten mit wenig Speicherplatz. Solche kleinen Dinge können einen grossen Unterschied machen, vor allem in Regionen der Welt, wo nicht jeder ein iPhone 6s mit 64 Gigabyte Speicher besitzt. Bemerkenswert ist, dass 80% der Instagram-Nutzerbasis ausserhalb der Vereinigten Staaten liegen.

Obwohl Instagram von einem öffentlich an der Börse gehandelten Tech-Riesen geschluckt wurde, haben sich die Mission und der Fokus von Instagram nicht viel verändert. Eine schleichende Zersetzung des Produktes, wie viele befürchtet zum Zeitpunkt des Erwerbs befürchtet hatten, hat nicht stattgefunden. Während sich einige Änderungen als kontrovers erwiesen haben, – viele der Nutzer waren nicht begeistert, als Instagram Werbeanzeigen einführte oder Foursquare-Location-Datenbank durch eine Location-Tags ersetzte – ist der Erfolg von Instagram der Tatsache geschuldet, dass Facebook es einfach nicht vermasselt hat. Das klingt vielleicht zu Platt, aber es kommt vor: Foursquare traf im Jahr 2014 die Entscheidung, seine Anwendung in zwei verschiedene Apps aufzuspalten. Dies führte zu einem starken Rückgang der Nutzerzahlen und von diesem Schock hat sich das Unternehmen nie mehr erholt.

Dies bedeutet nicht, dass Instagram sich nicht verändert hat. Zusätzlich zu einer immer weiterentwickelten Liste an Foto-Filtern, hat Instagram Unterstützung für Video, ein intelligentes Foto-Entdeckungs-Features und vollwertigere Fotobearbeitungsfunktionen, um nur einige der Neuerungen zu nennen, eingeführt. Das Team von Instagram hat auch sogenannte stand-alone Apps wie Hyperlapse für Zeitraffer-Videos, Boomerang für Animationen und Layout für Collagen von Fotos eingeführt. Das Aufbrechen dieser Funktionalitäten in eigene Apps mag auf den ersten Blick nicht nachvollziehbar erscheinen, aber so bleibt die Kern-App Instagram leicht und schnittig in der Anwendung.

#vegana #zürich #sihlcity am 13. & 14. Mai 2016, #vegan es #strassenfest2016 Ein von Malkreide (@hayaloezkan) gepostetes Foto am 21. Mär 2016 um 14:11 Uhr

Natürlich ist eine Social Media-App keine Social Media-App ohne seine eigene Community. Instagram hat viele von diesen: Zuerst, Fotografen. Dann Foodies, Fashionistas, Prominente, und – mindestens genauso wichtig – ein Heer von Millennials, die versessen darauf sind, jedes ihrer Vor-dem-Spiegel-Selfies mit der ganzen Welt zu teilen. Seltsamerweise sind einige dieser Millennials selber kleinere Prominente in ihren eigenen Communities geworden sind. Tatsächlich ist Instagrams anhaltendes Wachstum, im Lichte einer sich entwickelnden Social-Media-Landschaft überraschend: Warum, zum Beispiel, hat Snapchat Instagram bei jüngeren Nutzern nicht längst ersetzt oder zumindest dessen Nutzungszahlen negativ beeinflusst? Warum war Flickr nie eine Bedrohung für Instagram? Facebook mit seinen mehr als 1 Milliarde Nutzer hat auch Foto-Sharing-Funktionen. Warum also eine separaten Anwendung für Fotos?

Was auch immer die Gründe für Instagrams Erfolg sind, wie es scheint, ist die App hier um zu bleiben. Aber wer weiss? Vielleicht sieht in einem Jahr alles anders aus. In der Zwischenzeit machen wir weiter munter Katzenfotos, legen den passenden Filter drauf und warten darauf, dass die Likes und Kommentare eintreffen. Wer weiss, warum? Wir können einfach nicht genug davon kriegen.

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